Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere

Kurzbeschreibung über den hl. Jakobus

Bilder: Hans Maier
(Texte wurde gekürzt aus dem Kirchenführer übernommen)

Rohrdorf ist die Heimat der Jakobusgemeinschaft und dazu gehört natürlich die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Der Kirchen- und Pfarrpatron Jakobus wurde an Ostern 44 durch König Herodes Agrippa enthauptet. Jakobus war der Bruder des Apostels Johannes beider Vater war Alphäus.
Das Grab war sicherlich zuerst in Jerusalem. Die Übertragung seiner Reliquien nach dem Bergkloster Sinai soll unter dem byzantinischen Kaiser Justinian (527 - 565) geschehen sein.
Bei der Besetzung des vorderen Orients durch die mohammedanischen Araber verbrachte man sie über Alexandria nach Galicien in Spanien, wo sie zwischen 824 und 829 in Compostela aufgefunden wurden. Nachdem die Mauren, nordafrikanische Berberstämme, beinahe ganz Spanien erobert hatten, schickte sich der christliche König von Kastilien in Nordspanien an, das Land wieder zurückzuerobern (Reconquista). Dabei spielte die Verehrung des hl. Jakobus (Santiago) als Helfer in den vielen Schlachten eine große Rolle (Matamoros , Maurentöter). Denn seit der Entdeckung seines Grabes pilgerte beinahe ganz Europa nach Santiago de Compostela (Jakobus v. Sternenfeld). Gefördert wurde diese Wallfahrt durch die Benediktinermönche von Cluny.
Das Patrozinium Jakobus d. Ä. ist der 25.Juli

(Mit einem Mausklick in das Bild können Sie dieses vergrößern)

Kurzgeschichte der Pfarrkirche

Im 15. Jahrhundert wurde die Rohrdorfer Kirche im spätgotischen Stil neu erbaut. Dieser Bau wurde 1554 Opfer einer Feuersbrunst, wobei auch der Pfarrhof mit einer Menge von Büchern verbrannte.Nach nochmaligen Bränden wurde die Kirche erneut 1825 erbaut und entspricht heute noch der damaligen Bauweise.

Der Hochaltar

Den Hochaltar ziert der sitzende Jakobus, erschaffen vom Meister von Rabenden, einen der großen und bis heute namentlich unbekannten Bildhauer im süddeutschen Raum des frühen 16.Jh.
Den Altar erbaute der Schwazer Jesuitenkünstler Fr.Jakob Amrhein. Dieser Altar stand ursprünglich in der Haller Damenstiftskirche in Tirol. Nach der Aufhebung des Stiftes anläßlich der Sekularisation 1787 durch den österreichischen Kaiser Joseph II. wurde der Altar an die Rohrdorfer verkauft.

Der Marienaltar

Der rechte Seitenaltar ist der Marienaltar oder auch der schmerzhafte Altar für die 1724 errichtete Bruderschaft von den sieben Schmerzen Mariens. Im Auszug ist ein Bild der Büßerin Maria Magdalena darüber ein von Putten gehaltenes Veroneicum ( Schweißtuch der Veronica ) angebracht. Die in der Altarmitte befindliche Pieta unter dem Kreuz wurde 1858 anstelle eines älteren Vesperbildes aufgestellt. Seitlich die guten Barockfiguren des hl. Erasmus mit der Winde, und Barbara mit dem Kelch, möglicherweise Arbeiten von Josef Götsch (vgl. auch Grainbach).

Der Laurentiusaltar

Der linke Seitenaltar ist der Laurentiusaltar und zugleich der Altar der Allerseelenbruderschaft. Im Auszug der reuige Petrus. Im Mittelfeld kniet auf Wolken mit Engelsköpfchen der hl. Diakon Laurentius. Darunter sind zwei arme Seelen von Feuerflammen umgeben. Seitliche Begleitfiguren sind die Hl. Florian mit dem Modell der brennenden Ortskirche und fünf brennende Rohrdorfer Häusern und Johannes Nepomuk, der beliebte Patron der Innschiffer.

Die Kanzel

Die Kanzel ist in frühklassizistischen Formen 1796/97 von dem Kraiburger Johann Phil. Wagner ausgeführt und von dem Münchner Fassmaler Anton Held 1798 gefaßt. Sie zeigt die vier abendländischen KirchenväterAmbrosius, Augustinus, Gregorius und Hyronimus und drei Putten mit den Symbolen von Glaube, Hoffnung und Liebe, zu oberst den guten Hirten mit einem von Dornenzweigen umgebenen Lamm.







Das Pilgerkreuz

Am 23.Juli 2000 wurde zur Auffahrt zum Pfarrhof das aus tschechischem Granit angefertigte Pilgerkreuz durch Herrn Dekan Wolfgang Aumer, Ehrenmitglied und ehemaliger Präses der Gemeinschaft, feierlich eingeweiht. Das Pilgerkreuz mit der darunter befindlichen Tafel, das den Weg nach Santiago de Compostela anzeigt wurde nach Plänen von Angelika Thalmeier angefertigt. Dieses Projekt wurde durch die Xunta de Galicia gefördert.

Die Schlacht von Clavijo

Anton Niedermaier aus Hohenbrunn hat 1927 die Deckengemälde gemalt. Seit dem letzten furchtbaren Brand 1765 hatte die Kirche aus Geldmangel keine Deckengemälde. Die Bilder sind nach Rokoko-Art ausgeführt. In der Thematik sind es Darstellungen aus dem Leben und Kult des Kirchenpatrons Jakobus d.Ä.
Das quer zum Kirchenschiff angefertigte Gemälde zeigt die Schlacht bei Clavijo und den Sieg der Christen über die Mauren. Womit die maurische Herrschaft im Jahr 1492 durch die Eroberung von Granada beendet wurde.
Im Gemälde sind auch ein Kanone und die bayerische Fahne eingebracht, womit der Künstler seinen Patriotismus zu Bayern bekundet.

Christus und die Mutter der Apostel

Das Chorbild zeig Christus und die Mutter der Zebedäussöhne Jakobus und Johannes , wie sie beim Herrn für ihre Söhne einen günstigen Platz im kommenden Reich Gottes erbittet.

Reliquie des Jakobus

Das Gemälde im Langhaus zeigt die Wiederauffindung der Reliquien des hl. Jakobus d.Ä. im 9. Jahrhundert, den Beginn der abendländischen Jakobusverehrung und die Übertragung der Gebeine nach Compostela.